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Section Mouche - 15.09.2017

Weltmeisterschaft im Fliegenfischen 2017

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vlnr: Steve Brickler, Patrick Scheid, Philippe Decker, Claude Strotz, René Kleman mit Kapitän/Reserve Maryse Diederich

Die Flüsse Vah, Bela, Orava und der Stausee Dedinky im Norden der Slowakei, an der Grenze zu Polen sind bekannt für ihren Fischreichtum. Bereits 2004 waren sie Austragungsort für eine Weltmeisterschaft an welcher auch Luxemburg teilnahm.  Damals angelten 23 Länder und Luxemburg belegte  Platz 21 unter 23 teilnehmenden Nationen.
Das Team war demnach  guter Dinge, denn auch damals fand die WM im September statt, so dass eigentlich die Fliegen von früher hätten gehen müssen.

Mit dem Beginn der WM kam der Regen und eine Kaltfront.

Leider war es nicht möglich eine Woche im Voraus anzureisen, sodass sich unser freies Training auf 3 Tage beschränkte. Pech für uns, dass gleich mit unserer Anreise der große Regen kam, sodass  die Flüsse an den beiden ersten Tagen nicht aussagekräftig fischbar waren und auch der Fischdruck in der Woche zuvor extrem hoch war. Immerhin waren 20 der 30 Teams früher angereist und hatten alle schon auf den wenigen Kilometern Trainingsstrecke gefischt.

Wie in ganz Europa, sind die großen Äschenbestände auch in der Slowakei durch den Kormoran geplündert worden, sodass fast keine schönen Äschen und Forellen mehr vorhanden waren. Für die Weltmeisterschaft hatte man im Frühling Fische von um die 20 cm ausgesetzt. Diese Äschen waren mittlerweile um 2-3 cm gewachsen und konnten befischt werden, da das Mindestmaß für alle gewerteten Fische auf 20 heruntergesetzt worden war.

Immer wieder der Kormoran.

Da gleichzeitig mit dem Regen, eine Kaltfront eingezogen war, ging mit der Trockenfliege so gut wie gar nichts, sodass in der Hauptsache genympft werden musste.  Hier stellte sich das Problem, dass der Biss einer 20 cm Äsche an der Nymphe fast nicht zu bemerken ist. Eine Tatsache, der wir zu spät Rechnung trugen und unsere Technik nicht rechtzeitig angepasst haben.
Hier rächt sich, dass wir in Luxemburg nicht genug Trainingsmöglichkeiten haben, denn Äschen werden in der Sauer immer seltener.

An letzter Stelle der Tabelle.

René hatte die schwierige Aufgabe als erster Angler am See anzutreten. Da wir nicht am Wettkampfsee trainieren durften, konnten wir uns hier keine Taktik zurechtlegen.  Es sollte sich herausstellen, dass es vor allem darauf ankam die Fische zu finden. Der Dekinky See hat eine Fläche von 86 Hektar und wurde lediglich mit 1,5 Tonnen Fisch besetzt. Trotz anfängliche Schwierigkeiten, gelang es uns am See ein gutes Resultat zu erzielen und wir konnten 4 von 5 Boote für uns entscheiden.
In den Flüssen Vah, Bela und Orava hingegen lief es nicht so gut. Es gelang uns nicht, trotz gutem Fischwasser eine hohe Anzahl an Fischen zu fangen. Gleich nach dem ersten Durchgang fanden wir uns an letzter Stelle der Tabelle und trotz einiger mittelässigen Resultate konnten wir uns im Lauf des Wettbewerbs nicht verbessern.

Fazit:
Die Fliegenfischerei hat sich in den letzten 20 Jahren derart weiterentwickelt, dass es für ein kleines Land wie Luxemburg mit seinen bescheidenen Trainingsmöglichkeiten, fast unmöglich ist, international mitzuhalten. Immer, wenn wir glauben, einen Schritt getan zu haben, machen andere Länder 2 Schritte nach vorn. Die momentane Situation ist frustrierend, müssten viel höhere finanzielle Mittel neben zahlreichen Stunden/Tagen  am Wasser aufgebracht werden, um im weiteren Umfeld trainieren zu können.
Dass es geht, hat uns Australien gezeigt. Deren Gewässer sind ebenfalls nicht mit den Flüssen Mitteleuropas vergleichbar, allerdings wird das Team  seit Jahren  vor einer WM durch Martin Droz trainiert. Ein 5ter Platz bei der diesjährigen WM ist das Resultat. All dies bedingt aber einen hohen finanziellen Aufwand.

COSL in der Pflicht

Bedenkt man, dass mit der jährlichen Unterstützung des COSL lediglich 1/5 der  tatsächlichen Kosten  einer WM gedeckt werden können, so wundert es nicht, dass hier Engpässe entstehen. Ein Trainer nebst Unterkunft für eine Woche würde nochmals locker 2000.-€ kosten und ist somit finanziell nicht tragbar.
Dass dem Team keinerlei Congé Sportif gewährt wird, trägt auch nicht zur Leistungssteigerung bei.

Frankreich holt den Weltmeistertitel

Nach 10 Jahren auf den Plätzen, gelang es Team Frankreich in der Slowakei  den Weltmeistertitel mit nach Hause zu holen. Zusätzlich standen mit Gregoire Juglaret und Sebastien Delcor 2 Franzosen auf dem Treppchen.
Weltmeister wurde mit 132 gefangenen Fischen und 8 Wertungspunkten, unangefochten Antonin Pesek aus CZE. Damit fing Antonin alleine so viele  Fische wie das ganze Team Luxemburg zusammen.
In der Teamwertung folgen Tschechien und Spanien auf den Plätzen.

Rückblickend betrachtet, war es eine gelungene Weltmeisterschaft, auch wenn das Team nur den 29ten Platz erreichte.  Bester Luxemburgischer Teilnehmer wurde Claude Strotz auf Platz 102, gefolgt von Philippe Decker auf Platz 133, Patrick Scheid auf Platz 135, Steve Brickler auf Platz 138 und René Kleman auf Platz 147 von 154 Konkurrenten.

Da hilft es dann auch nicht mehr, dass Philippe Decker den einzigen Huchen des Wettbewerbs fing. Den Titel für den größten Fisch verpasste er um 1mm.

Text: CS  /  Foto: Maryse Diederich






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